Drei Musiker bringen Publikum große Freude

 

Seesen. Mit der musikalischen Erzählung zur himmlischen Freude der Weihnacht beglückten die drei Musiker Bernhard (Klavier) und Eilika Wünsch (Sopran) mit Johann-Sebastian Sommer (Cello) zahlreiche Zuhörer am Freitagabend im Jacobson-Haus. Schon der Beginn mit dem Schweizer Sternsingerlied „Es ist für uns eine Zeit angekommen“, den Eilika Wünsch mit ihrem ausdrucksstark kultivierten Sopran lockend und verheißungsvoll in fesselnder Dynamik gestaltete, weckte Freude auf den weiteren Verlauf.

Das sangliche Juwel bei stimmungsbauendem Piano und zart singendem Cello „Maria durch ein Dornwald ging“, verinnerlicht liebevoll bis in höchste Sopranlagen hin zur Freude „da haben die Dornen Rosen getragen“ dynamisch aufschwingend gesungen, brachte spontan anerkennenden Beifall.

Mit informativer, auch illustrer, Moderation bereicherte Bernhard Wünsch das Hör-Erleben, auch in Gedichten und kurzen Anekdoten, anschaulich.

Werke von Mozart, Bach, Händel, Saint-Saëns oder Hugo Wolf, wie die Sopran-Arie aus dem Weihnachtsoratorium oder die Mozart-Motette „Exsultate, jubilate“ begeisterten im kongenialen Gestalten der Instrumentalisten, die der Sopranistin stets weiten Raum für ihren schlank aufsteigenden Koloratur-Sopran, bei Händel bis zum hohen „b“, absolut klangrein und aussagestark timbriert, gaben.

Sommer ließ vor der Pause die technisch höchst anspruchsvolle Bach-Suite Nr.5 erleben. Dieses längere Werk kürzte er zuschauerfreundlich, wobei besonders die unterschiedlichen Charaktere der barocken Tänze nach spannendem Präludium gefielen. Von der majestätischen Allemande über die melodisch-flotte Courante, einer elegisch-träumenden Sarabande bis hin zur lebhaft-spritzigen Gavotte und heiteren Gigue füllte er mit seinem barock gestimmten Cello weite, mehrstimmig erklingende Räume über dem bachtypischen Generalbass. Eine bravouröse Leistung.

Nach der Pause näherten sich die Beiträge mehr und mehr der Geburt Christi. Mit großer innerer Freude bei glockenreinem Sopran, auch in temperamentvollem Glücksgefühl, über die „Weihnachtsgeschichte“ mit lateinischen Liedern von Saint-Saëns und dem spanischen Lied von Hugo Wolf über die „schwebenden Engel“ bis hin zum „Wiegenlied“ von Szymanowski, erklang dann andächtig, von allen mitgesummt ausklingend „Stille Nacht“. Dankbarer Beifall holte die drei Musiker mehrfach zurück auf die Bühne, wo dann Wünsch den nächsten Termin am 26. Januar mit Brahms-Liedern ankündigte.

 

Sonntag, 20.10.2019
Joachim Dürich, https://www.goslarsche.de/lokales/seesen_artikel,-Chopin-und-Liszt-interpretiert-_arid,1472567.html 
 

Chopin und Liszt interpretiert

Seesen. Zum zweiten Konzert der neuen Konzertreihe Seesen Classics begrüßte der Leiter und Pianist Bernhard Wünsch zahlreiche Besucher am Freitagabend im Jacobsonhaus. In seiner informativen und illustren Moderation stellte er die „Grandiosen Komponisten“ Franz Liszt und Frederic Chopin des folgenden Programms vor. Er betonte dabei den Saloncharakter, der diese Konzertreihe angenehm auszeichnet. Die „Kunst der kultiviert-leisen Klänge“ lebte im 19. Jahrhundert gern in musikalischen Kreisen facettenreich auf und erfreute auch hier das fasziniert lauschende Publikum.

Gefühlvolles Spiel

Mit zwei Chopin-Liedern, in der Klavierfassung von Liszt, intonierte Wünsch zärtlich und liebevoll „Das Ringlein“, das der Pianist Andrea Capecci im fliegenden Wechsel stürmisch mit dem „Bacchanal“ zum freudigen Festmahl komplettierte. Im zarten Fluss und hingebungsvoll zelebrierte er danach das „Sonetto“ von Liszt aus dessen Italienaufenthalt mit oft gefühlstiefen Wallungen.

Eilika Wünsch gefiel in ihrem ausdrucksstarken und sehr flexibel wandelbaren Sopran in der Arie „Casta Diva“ aus Norma des Mailänders Bellini und ausgewählten Liedern von Chopin. Lebhaft-bewegt mit innerer Wärme erklang das „Litauische Lied“, während sie in der Opernarie angenehm tremolierend im Mittelbereich zu wunderschön kolorierten Sprüngen bis in höchste Lagen bezauberte. Im farbreichen Wechsel überzeugte Chopins-Lied „Trübe Wellen“, wo in dunkler Trauer der Tod von sieben Töchtern beweint wird. In ausdrucksvoller Freude, aber auch heftig fordernd brillierte sie danach in höchsten Lagen vor der Pause in weiteren zwei Liedvorträgen. Nach der Pause erheiterte Bernhard Wünsch mit launigen Anekdoten zum wilden Jüngling Franz Liszt, der damals wohl schon recht früh die Damenwelt in Ekstase versetzte und von dem nun fünf Lieder folgten.

Drei Zugabe-Lieder

In seiner kongenialen Klavierbegleitung, die er gern mit Spontanideen schmückte, beflügelte er seine Partnerin wiederum zu begeisternden Höchstleistungen. So bestachen Liszts Lieder einmal in romantisch augenzwinkernder Ironie über Lebensfragen, dann im träumenden Knaben am See, nach Schiller, besonders aber in der „Loreley“, wo auch sie ihr „gold’nes Geschmeide“ verführerisch blitzen ließ. Nach dem kraftvollen „Fichtenbaum“ glänzte ausklingend ihr wunderschöner Farbreichtum in exzellenten Sprüngen und klangreiner Koloratur in „O komm im Traum“ begeisternd. Capecci interpretierte danach Chopins g-Moll Ballade sehr feinnervig, besonders auch in den ineinandergreifenden chromatischen Dissonanzen, die den Schmerz des litauischen Helden Conrad Wallenrod beklagten und mit heftigsten Affekten in tragischer Wucht zu langem und begeistertem Beifall führten. Mit drei Zugabe-Liedern bedankten sich die drei hochrangigen und mehrfach ausgezeichneten Künstler.

Das dritte Konzert dieser Reihe bietet am Mittwoch, 13. Dezember, Weihnachtliches – auch in diesem Fall wieder Lieder und Instrumentalwerke.

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